Die Volksbank wächst mit Rückenwind
Vertreterversammlung in der Alten Börse
Der Vorstand ist zuversichtlich, weil die Werte stimmen.
Die Volksbank Kirchhellen eG Bottrop geht mit Rückenwind in die Zukunft. Das berichtete am Montag, 20. Juni 2011, Vorstandsmitglied Werner Münstermann der Vertreterversammlung. In der Alten Börse sagte er dem Mitgliederparlament der Kreditgenossenschaft: „Wir stehen gut da und haben den Stresstest einer weltweiten Rezession bestens überstanden.“ Vorstand und Mitarbeiter sähen zuversichtlich und mit dem notwendigen Respekt in die kommende Zeit.
Die wichtigsten Zahlen bestätigen diesen Optimismus. So ist das bilanzwirksame und betreute Anlage- und Kreditvolumen der Kunden im Jahr 2010 auf fast 1,11 Milliarden Euro und damit um 2,1 Prozent gestiegen. Laut Münstermann „ein solides, ein gesundes Wachstum“. Auch die Bilanzsumme legte zu, und zwar um 3,5 Prozent auf 578,2 Millionen Euro.
Angesichts der aktuellen Krisen, so der Vorstand weiter, würden genossenschaftliche Werte wie Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Subsidiarität wieder sehr viel Vertrauen genießen und seien jetzt fester Bestandteil der kulturellen Wertelandschaft der Deutschen. Dies bedeute aber auch besondere Anforderungen für die Volksbank: „Transparenz, Verlässlichkeit und Fairness – das sind für unsere Kreditgenossenschaft keine Lippenbekenntnisse, sondern diesen Werten haben wir uns verpflichtet. Und das nicht zu unserem Schaden!“ Tatsächlich sind die Geschäftsergebnisse des Instituts mit seinen 34.323 Kunden – davon 12.993 Mitglieder – weiterhin positiv.
So stieg das Kreditvolumen der Volksbank in 2010 um ein Prozent auf 340,9 Millionen Euro. „Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf die unvermindert anhaltende Nachfrage von langfristigen Immobilienkrediten unserer Firmen- und Privatkunden zurückzuführen“, so Münstermann. Auch führte er die Finanzierung von Photovoltaik- und anderen regenerativ arbeitenden Energieanlagen an: „Wir unterstützen dieses Umweltbewusstsein mit der auf unsere Initiative hin gegründeten Solargenossenschaft der Bottroper Sonnenkraft.“ Und wer selber in Photovoltaik investieren wolle, profitiere vom Beratungskonzept Volksbank Solar-Ernte: „Das ist unser derzeitiger Beitrag zur Innovation City.“
Auch auf anderen Gebieten sei die Kreditgenossenschaft „ein treuer Begleiter der mittelständischen Unternehmen unserer Region“, berichtete der Vorstand weiter. Da passe es gut, dass die Konjunkturkrise größtenteils überwunden sei: „Das freut uns besonders, da wir uns auch in den schwierigen Zeiten als Kreditgeber nicht aus der Pflicht haben nehmen lassen. Eine Kreditklemme gab es bei uns nicht. Ganz im Gegenteil: Wir könnten viel mehr Kredite vergeben, als nachgefragt werden.“
Positiv haben sich auch die von der Volksbank im Kundenauftrag gestellten Förderanträge auf staatliche Investitionskredite entwickelt. Zahl und Volumen sind im vergangenen Jahr jeweils um 11,5 Prozent gestiegen. Insgesamt wurden 292 Fördermaßnahmen mit einem Volumen von über 17 Millionen Euro nach Bottrop und Kirchhellen geholt.
Viele Sparer haben angesichts des niedrigen Zinsniveaus im vergangenen Jahr ihr direkt bei der Volksbank angelegtes Vermögen umgeschichtet. Befristete Einlagen wurden deutlich reduziert, tägliche Einlagen und Spareinlagen profitierten. Auch „das längst totgesagte Sparbuch erlebt seinen inzwischen sicherlich schon dritten bis vierten Frühling“, sagte Münstermann. Alle Kundeneinlagen zusammengerechnet wuchsen noch einmal um 2,6 Prozent auf 402 Millionen Euro: „Viele unserer Mitglieder und Kunden haben uns gezeigt, dass ihnen Vertrauen und Stabilität wichtiger sind als der letzte Euro Zinsen.“
Gut war auch das Ergebnis einer repräsentativen Zufriedenheitsbefragung von über 2.400 Kunden. Dabei hatte die Möglichkeit bestanden, das Beratungs- und Dienstleistungsverhalten der Volksbank zu bewerten. 85 Prozent der Befragten bestätigten dabei, dass Angebote ihres Genossenschaftsinstituts ihren Wünschen und Zielen entsprachen. 89 Prozent fühlten sich gut beraten und kommen gerne wieder. Für Münstermann stellte das Resultat „zunächst eine positive Bestätigung unseres Handelns dar, weiter aber auch eine Quelle wertvoller Hinweise und Anregungen, die es uns ermöglichen, die Bank in Ihrem Interesse weiterzuentwickeln“.
Kritisch bewertete der Vorstand die Aktivitäten in Berlin und Brüssel. Unter anderem plane die EU eine Absenkung der Einlagensicherung auf 100.000 Euro, während die Volksbank 100 Prozent aller Bankeinlagen in unbegrenzter Höhe geschützt habe. Das sei eine deutliche Verschlechterung für die Verbraucher. Münstermann appellierte an die Politik, diese möge für sachgerechte Lösungen eintreten. Zu den Mitgliedervertretern sagte er: „Diese Bank gehört Ihnen. Es geht auch um Ihr Geld. Nutzen Sie Ihre Kontakte in der Politik und in den Verbänden. Auch das ist prakti-zierte genossenschaftliche Selbsthilfe.“
Das bilanzielle Eigenkapital der Volksbank stieg um 5,1 Prozent auf 37 Millionen Euro. Der Zinsüberschuss (13,6 Millionen Euro) legte zu, das Provisionsergebnis lag auf Vorjahresniveau. Ihre Kosten hat das Gemeinschaftsunternehmen auch im Jahre 2010 nahezu unverändert gehalten „und – über alles gesehen – noch effizienter gearbeitet. Zur langfristigen Sicherung unserer Selbstständigkeit muss das auch weiterhin sein“, sagte Münstermann.
Das auf 5,5 Millionen Euro verbesserte Betriebsergebnis vor Risikovorsorge belegt laut Vorstand den Erfolg der Volksbank in ihren Kerngeschäften. Unter Berücksichtigung des Steueraufwandes in Höhe von 1,3 Millionen Euro belief sich der Jahresüberschuss erneut auf 2,2 Millionen Euro. „Mit unserem Jahresergebnis können wir – auch im Vergleich zu anderen Geldinstituten unserer Größe – zufrieden sein“, so Münstermann: „Es bestätigt die gute Entwicklung der letzten Jahre.“
Die Vertreterversammlung entschied am Montag über den Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat, aus dem Jahresüberschuss 1,9 Millionen Euro in die Rücklagen einzustellen und den Mitgliedern eine sechsprozentige Dividende auf die Geschäftsguthaben zu zahlen.